Das Buch

​Von drei Helden wider Willen erzählt Alex Capus in seinem neuen Roman: Vom Pazifisten Felix Bloch, der nach 1933 in den USA beim Bau der Atombombe hilft. Von Laura d’Oriano, die Sängerin werden will und als alliierte Spionin in Italien endet. Und von Emile Gilliéron, der mit Schliemann nach Troja reist und zum größten Kunstfälscher aller Zeiten wird. Nur einmal können die drei einander begegnet sein: an einem Herbsttag im November 1924 am Hauptbahnhof Zürich.

Doch ihre Wege bleiben auf eigentümliche Weise miteinander verbunden. Capus treibt seinen Erzählstil des faktentreuen Träumens zu neuer Meisterschaft. Heiter und elegant, lakonisch und zart folgt der Erfolgsautor aus der Schweiz den exakt recherchierten Lebensläufen seiner Helden.

© Carl Hanser Verlag

Die Protagonisten

Emile Gilliéron - der Vater ging Ende des 19. Jahrhunderts nach Griechenland, um erst für den  berühmten Troja-Forscher Schliemann, später auch für Arthur Evans zu arbeiten. Er fertigte Skizzen von Artefakten an, vollendet kunstfertig unvollständige Fresken und Bauten. Der Sohn, der das Talent des Vaters geerbt hat, übernimmt nach seinem Tod dessen Stelle. Zunächst erzielt er mit seiner Arbeit ein überaus gutes Auskommen. Doch mit dem Aufkommen einer neuen Generation von Archäologen ändert sich das und Gilliéron verlegt sich zunehmend auf das Fälschen antiker Kunstgegenständen.

Laura d´Oriano - geboren in Istanbul, ist die Tochter einer um die Welt reisenden Künstlerfamilie. Das Mädchen, künstlerisch geprägt, träumt von der Gesangskarriere und möchte dabei erfolgreicher werden als die Mutter. Die Familie siedelt sich am Ende in Marseille an und führt einen Musikalien-laden. Laura lernt einen jungen Schweizer kennen, heiratet, wird Mutter und zieht mit ihrem Mann schließlich in dessen Heimatdorf. Dort kommt sie nie richtig an und findet auch kein Auskommen für Mann und Kinder. Sie verlässt in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ihre Familie, geht zurück nach Südfrankreich und kümmert sich dort um den Laden. In zunehmendem Maß tritt sie als Sängerin auf

Felix Bloch wächst in der Schweiz auf. Nach dem Willen des Vaters müsste er  Maschinenbau studieren. Doch der Sohn will nichts tun, was der Kriegsmaschinerie dienen könnte. Also beschließt er, etwas ganz und gar unnützes zu studieren und kommt so zur Quantenmechanik. Er wird zum Experten auf diesem Gebiet und lehrt an verschiedenen Universitäten. Als die Nazis im Begriff sind, die Atombombe zu bauen, wird er in ein Wissenschaftlerteam berufen, das den NS-Forschern zuvorkommen soll. So baut Felix, der nie etwas mit Krieg und Militär zu tun haben wollte, die vernichtendste Waffe, die je von Menschen erschaffen wurde.

Der Autor

Alex Capus wurde in der Normandie als Sohn eines Franzosen und einer Schweizerin geboren. Er verbrachte die ersten fünf Lebensjahre in Paris in der Wohnung seines Grossvaters, der Polizeichemiker am Quai des Orfèvres war. 1966 zog er mit seiner Mutter nach Olten, in die Schweiz.

Er studierte an der Universität Basel Geschichte, Philosophie und Ethnologie und arbeitete daneben (von ca. 1986 bis 1995) bei diversen Schweizer Tageszeitungen als Journalist. Vier Jahre hindurch war er als Inlandredakteur bei der Schweizerischen Depeschenagentur in Bern tätig.

Alex Capus lebt heute als freier Schriftsteller in Olten. Er ist verheiratet mit Nadja Capus und Vater von fünf Söhnen. Zwischen November 2009 und April 2012 war er Präsident der Sozialdemokratischen Partei Oltens.

© Ayse Yavas